0

Dein Warenkorb ist leer

15. April 2018

Wie es oft der Fall ist, wenn ich verreise, oder auch nur so, ich unterhalte mich gerne mit Leuten, im Flugzeug, Zug, Taxi oder auch im Restaurant. Man erfährt viel Neues, lernt einiges dazu und erweitert stets den eigenen Horizont. Und es macht einfach nur Spaß.

So unterhielt ich mich natürlich auch neulich im Taxi mit dem Taxifahrer, als ich auf dem Weg zum Flughafen war. Er erzählte mir von seiner Arbeit, Familie und fragte mich dann, was ich so mache. Ich antwortete ihm, dass ich derzeit eine Yogalehrerausbildung absolviere.

Er hob die Augenbrauen und sagte: „Ich habe gehört, Yoga ist nur etwas für Frauen, nicht wahr?“

Das war das erste Mal, dass ich das hörte, und musste lächeln. Es scheint, wie die meisten Menschen, hat er nie etwas von B.K.S. Iyengar, T. Krishnamacharya, K. Pattabhi Jois, Bryan Kest, meinem Yogatrainer Holger Zapf und vielen mehr gehört. Aber auf der anderen Seite, wie sollte er auch? Ich habe ja auch erst so richtig von ihnen erfahren, als ich mich näher mit Yoga beschäftigte und meine Ausbildung anfing.

Ich fing an, ihm von der Geschichte des Yoga zu erzählen, dass es vor Tausenden von Jahren begann und es damals das Privileg der Männer war Yoga zu praktizieren und zu unterrichten.

Krishnamacharya, der neben Iyengar, Yoga im Westen bekannt machte, begann irgendwann auch Frauen zu unterrichten, obwohl er dies anfangs nur ungern tat. Seine erste Studentin war Indra Devi. Sie war ziemlich hartnäckig, da er sie zuerst nicht unterrichten wollte, aber schließlich tat er es dann doch. Sie meisterte alle Herausforderungen, die er für sie bereit hielt, und wurde später eine gute Freundin.

Damals gab es meist männliche Yogalehrer und die Mehrheit der Studenten waren auch Männer. In der heutigen Zeit ist es eher umgekehrt, zumindest im Westen. Hier scheint es, dass vor allem Frauen an Yoga interessiert sind und dies praktizieren, unterrichten und mehr über die Philosophie des Yoga lernen möchten. Männer nehmen hier eher einen kleineren Teil ein. Vielleicht liegt es auch daran, dass man mit Yoga nicht enorm viel Geld verdienen kann und auch nicht so sehr die Karriereleiter emporsteigt im Vergleich zu anderen Berufen. Es ist eben mehr eine Berufung als ein Beruf.

Für mich, ja ich bin eine Frau, ist Yoga etwas, womit ich meinen Lebensunterhalt verdienen möchte, aber nicht wie mit einem normalen Bürojob. Es geht nicht so sehr darum viel Geld zu verdienen oder eine große Karriere zu machen/haben. Es geht darum, andere an Yoga heranzuführen. Sie auf ihrem Yogaweg zu begleiten, ihnen zu helfen sich zu entspannen, mit sich und allem im Einklang und in Balance zu sein, ihren Körper zu spüren, achtsamer und bewusster zu leben. Dies hilft ihnen, wenn sie den ganzen Tag vorm PC sitzen, Stress und Spannung sowie Druck ausgesetzt sind oder von einem Termin zum anderen hetzen.

Die Belohnung, die ich von ihnen für meine Hilfe und Unterstützung erhalte, ist unbezahlbar. Die positive und tolle Energie, das Glück und die Zufriedenheit, die man spürt und erhält. Natürlich kann ich nicht nur davon alleine leben, aber es macht mich glücklich, und das ist etwas, was man mit Geld nicht kaufen kann.

Eine aktuelle Studie zeigt, es gibt rund 70% weibliche und 30% männliche Yoga-Praktizierende, inkl. Lehrer. Aber in Zukunft werden es ganz sicher noch mehr Männer die an Yoga-Kursen teilnehmen und auch Yogalehrer werden.

Die Art und Weise wie viele Männer Yoga sehen ändert sich, es ist nicht mehr etwas, wo man sich in seltsamen Posen verbiegt oder was zu spirituell wirkt. Sie merken, Yoga ist etwas Gutes. Es hält fit, gesund, entspannt und löst Stressblockaden, was in der heutigen Zeit wichtiger als je zuvor geworden ist. Sie sehen auch die allgemeinen langfristigen Vorteile von Yoga. Und es liegt natürlich auch derzeit sehr im Trend Yoga zu praktizieren, was Yoga einen kleinen Schub gegeben hat.

Es ist auch eine Frage des richtigen Yoga-Stils, der am besten zu einem passt. Die Mehrheit der Männer würde wohl eher Power und Bikram Yoga bevorzugen, da beides etwas schneller und mit mehr Action ist im Vergleich zu Hatha oder Yin Yoga. Es hängt auch von der Qualität der Yogastunde und des jeweiligen Lehrers ab. Und da spielt es keine Rolle, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Lehrer handelt. Beide können die gleiche Qualität abliefern, gut oder schlecht.

Am Ende ist eines klar: Yoga ist für jeden etwas, egal wie alt, welcher Kultur oder Religion man angehört, ob Mann oder Frau, Anfänger oder Fortgeschrittene, Lehrer oder Schüler. Yoga öffnet seine Arme für alle, lässt sie hinein, gibt ihnen Glück und Entspannung und zeigt ihnen, was es alles zu bieten hat.

Also nein, Yoga ist nicht nur etwas für Frauen. Ganz und gar nicht.

Und mein Taxifahrer hat sich nun vorgenommen, seine Frau bei einem ihrer nächsten Yoga-Kurse zu begleiten. Yeah!


Erhalte 10% Rabatt

Erhalte 10% Rabatt